Prostatakrebs - Urologisches Praxiszentrum Offenburg

Urologisches Praxiszentrum Offenburg
Gemeinschaftspraxis der Fachärzte für Urologie * Thomas Herde - Peter Höfler - Thomas Schadt
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Prostatakrebs

Häufige Erkrankungen
Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist  eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata). Er ist die  häufigste Krebserkrankung des Mannes (aber nicht die häufigste  Todesursache). In Deutschland sterben etwa 3% der Männer an  Prostatakrebs. Bei den Männern, die an einer Tumorerkrankung sterben,  stellt er mit etwa 10% die dritthäufigste  tödliche Krebserkrankung nach Lungen- und Darmkrebs dar.
                                                                                                        
Im Frühstadium macht  er keinerlei Beschwerden, in fortgeschrittenen Stadien treten v.a.  Blasenentleerungsstörungen und Knochenschmerzen auf, die schon Zeichen  einer Tochtergeschwulstbildung (Metastasierung) sein können. Die häufigsten  Metastasen finden sich in den lokalen Lymphknoten und den Knochen. Eine  Heilung ist möglich, wenn das Tumor die  Organgrenzen noch nicht überschritten hat und keine Metastasen  vorliegen.

Da es erst in fortgeschrittenen  Stadien zu Beschwerden kommt, ist die Vorsorgeuntersuchung so wichtig,  um einen evt. auftretenden Tumor noch in einem heilbaren  Stadium zu erkennen.
                                                                                                        
Das PSA (Prostata-Spezifisches Antigen) hat  einen hohen Stellenwert in der Diagnostik des Prostatakrebses, auch wenn der Wert nicht immer  leicht zu bewerten ist. Es ist spezifisch für die Prostata, allerdings  nicht nur für ein Tumorleiden, sondern es  kann auch bei Entzündungen, der gutartigen Prostatavergrößerung, einem  Harnverhalt oder ohne ersichtlichen Grund  erhöht sein. Ein Wert über 4 ng/ml sollte abgeklärt werden. Liegen  wiederholte jährliche PSA- Bestimmungen  vor, so wird der PSA-Wert zu einem wertvollen Vorsorgeinstrument und  gleicht in der Beobachtung der  PSA-Anstiegsgeschwindigkeit quasi einem „Frühwarnsystem". In der  Tumornachsorge ist das PSA der entscheidende Parameter z. B. nach  operativer Therapie, einer Strahlenbehandlung oder bei einer  antihormonellen Behandlung.
                                                                                                        
Beweisend für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms ist  ausschließlich der Nachweis von Krebszellen in einer entnommenen Gewebeprobe. Die  Probe erfolgt über den Enddarm unter Ultraschallkontrolle. Es werden in der Regel mit  einer Hohlnadel 10-12 Gewebeproben entnommen. Ein Pathologe begutachtet das  Prostatagewebe und stellt seine Diagnose. Eine Multiparameter-Kernspinuntersuchung der Prostata kann ein Prostatakarzinom nicht ausschließen und wird derzeit bei einem weiter ansteigendem PSA-Wert nach negativer Gewebeprobe der Prostata eingesetzt.

Die Hauptbehandlungsmethoden stellen  die Operation (Komplettentfernung der Prostata), die Strahlentherapie und  Unterdrückung der Testosteronproduktion durch operative oder chemische  Kastration dar.
                                                                                                        
Die Operation erfolgt  beim lokal begrenzten Prostatakarzinom. Hierbei werden die Prostata, die Samenblasen  sowie die regionalen Lymphknoten entfernt. Sie kann auf vier Arten  durchgeführt werden: als retropubische (Hautschnitt  oberhalb des Schambeines) radikale Prostatektomie, als radikale  perineale Prostatektomie (Zugang über den Damm),  minimal-invasiv (laparoskopisch) oder als roboter- assistierter  Eingriff. Je nach Tumorbefund erfolgt der Eingriff mit Erhaltung der  für die Potenz wichtigen Nerven. Gelingt es bei der Operation, den  Tumor vollständig zu entfernen, ist eine Heilung  möglich, und die Prognose des weiteren Verlaufes ist günstig. Neben der  Potenzstörung ist das Unvermögen den Urin zu  halten (Harninkontinenz) mit 8-10% die gewichtigste nachteilige Folge  einer Radikaloperation der Prostata.
                                                                                                        
Die Bestrahlung der Prostata ist  inzwischen einer Operation in Hinsicht auf die Heilungschancen nahezu gleichwertig. Sie  erfolgt entweder von außen (perkutane Strahlentherapie) oder durch  „Spickung" der Prostata mit radioaktivem Material (Brachytherapie). Die perkutane Bestrahlung wird mittels  Linearbeschleuniger durchgeführt. Bei der Brachytherapie  unterscheidet man zwischen der Implantation von „Seeds"  (LDR-Brachytherapie) und dem „Afterloading" (HDR- Brachytherapie). Hierbei  werden über Hohlnadeln radioaktive Strahler dauerhaft (LDR-BT) oder  kurzzeitig (HDR-BT) in die Prostata eingebracht.  Vorteile der Bestrahlung sind der Wegfall des OP-Risikos und die  ambulante Therapiemögichkeit. Nachteile sind Nebenwirkungen  wie Durchfall und Verdauungsstörungen, Risiken wie bleibende  Schädigungen von Darm (Entzündungen) und/oder  Harnblase (radiogene Zystitis). Auch Potenzstörungen werden beobachtet.
                                                                                                        
Ein selten zum Einsatz kommendes Verfahren stellt  der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) dar. Bei dieser Methode wird die  gesamte Prostata vom Enddarm aus mit gerichteten Ultraschallwellen  erhitzt und das Karzinom damit zerstört wird.
                                                                                                        
Die „Hormontherapieist  eigentlich ein Hormonentzug und wird entweder chemisch (z. B. in Form einer  „Drei-Monats- Spritze", LHRH-Analogum) oder seltener als chirurgische  Kastration (Orchiektomie) durchgeführt. Dadurch sinkt  der Testosteronspiegel auf rund fünf Prozent ab. Da der Prostatakrebs  häufig testosteronabhängig wächst, kommt es mit diesen  Verfahren zum Rückgang bzw. Stillstand der Krankheit. Die Patienten  haben oft Jahre lang „Ruhe". Die Krankheit  wird hierdurch nicht geheilt, aber „gebremst". Diese Therapie kommt in  meist in fortgeschrittenen Stadien zur Anwendung.

Spricht die Erkrankung nicht mehr auf den Hormonentzug an, können inzwischen auch neuere Medikamente zum Einsatz kommen. Abiraterone und Enazlutamid sind Medikamente, die die Testosteronproduktion intensiver senken bzw. den Hormonrezeptor auf spezielle Art blockieren.

Die Chemotherapie ist  beim Prostatakrebs nur eingeschränkt wirksam. Einige Patienten können jedoch von  ihr profitieren. Zumeist hat die Chemotherapie ihren Platz bei der  Behandlung des Tumorrezidivs und versagender  Hormontherapie. Statistisch liegt der Überlebensvorteil bei etwa 3  Monaten. Aber häufig kommt es zu einer Reduktion der  tumorbedingten Beschwerden.
                                                                                                        
Unter bestimmten Umständen kann eine  Strategie des „Aktiven Beobachtens" (Active Surveillance) in Betracht kommen. Diese  „Therapieform" kann bei sehr frühen Stadien erfolgen. Der Tumor wird in  seinem Verlauf beobachtet und bei erst bei  fortschreitendem Tumorwachstum eine kurative Therapie eingeleitet.  Dadurch wird eine Übertherapie vermieden.
                                                                                                        
Eine Therapieentscheidung orientiert sich sowohl am Tumorstadium, als auch an den Lebensumständen und Wünschen des Patienten.
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